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Universal-Bibliothek Nr. 18122: Das Orakel von Delphi: Geschichte und Texte, by Marion Giebel

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Produktinformation
Taschenbuch: 125 Seiten
Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (1. April 2001)
Sprache: Deutsch, Altgriechisch, Latein
ISBN-10: 3150181224
ISBN-13: 978-3150181225
Größe und/oder Gewicht:
9,3 x 1 x 14,7 cm
Durchschnittliche Kundenbewertung:
4.6 von 5 Sternen
3 Kundenrezensionen
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"In der Welt sind die Gestalten, die als Wirklichkeit mich berührt haben,nicht die Vorübergehenden, die nur gesellig waren, sondern die mir Bleibenden,welche mich zu mir brachten. Wir haben keinen Pantheon mehr, aber denRaum der Erinnerung wahrer Menschen, denen wir danken, was wir sind."(Karl Jaspers, 1931 in: Die geistige Situation der Zeit, 194)Karl Jaspers Überlegung zur "Haltung des Selbstseins in der Situation der Zeit" ist für den Rezensenten eine Rückbesinnung auf das, was 3000 Jahre zuvor als immerwährende Botschaft aus dem Omphalos der Welt klang: Erkenne dich selbst!"Einst wollte Zeus [...] den Mittelpunkt der Erde festlegen." Seine zwei von beiden Seiten der Erdscheibe fliegenden Adler trafen sich in Delphi, dieser Punkt wurde zum Nabel (Omphalos) der Welt. Apollon, Zeus' Sohn, errichtete einen Tempel, aus dem die Weissagungen gesprochen wurden. Diese berühmten Sätze der sieben Weisen, die den Innenraum schmücken und von klarster Unklarheit sind, so dass sie nur dem sich selbst Reflektierenden eine Botschaft sind. Heraklit und Plutarch wiesen immer darauf hin, dass diese Orakel nur Anregung eines inneren Wissens sind, welchem man seine eigene Bedeutung gibt. Kein Orakel klärt auf, es deutet hin und der Geist des Hörenden folgt.Folgt den inneren Antworten auf die gestellten Fragen, sei es zur Politik oder sonstigen gesellschaftlichen Verhältnissen, sei es rein privater Natur. So wie Platons Sokrates in der Apologie sich auf das Orakel beruft, so wie er im Phaidros den "göttlichen Wahnsinn" preist, so scheint diese Kunst als Wahrsagekunst auch unter göttlicher Ägide des Apollon eine "Wahnsagekunst" im positiven Sinne Phaidros'. "Weissung geb ich, wie den Weg mich führt der Gott" lesen wir bei Aischylos. Nicht besser kann man diese Methode beschreiben, die eigentlich in dem hier Thales zugeordneten Satz: "Erkenne Dich selbst" eine unsterbliche Botschaft enthält. Sei dir bewusst, dass du ein Mensch bist und dem Wechsel des Schicksals unterworfen. "Sei besonnen", so ergänzt Platon im Charmides diese so klare Weisung der "delphischen Ethik". So wie der Weisheitswettstreit mit dem Dreifuß auf Solons Rat in Delphi endete, so sicher ist, dass dort im Tempel alle Weisagungen erfragt wurden. Sokrates nannte sich noch den Nichtwissenden, obwohl das Orakel ihn zum Athener höchster Weisheit erkor. Ihm war die Unterscheidung zwischen Menschen und Göttern klar, so klar, dass er mit delphischer Weisheit und Frömmigkeit zum Besseren gehen konnte. (siehe Kriton und Phaidon)Herodot, Plutarch, Pausanias berichten weitergehend von den Orakeln von Delphi. Ein immerwährender Mythos hält Delphi berühmt, sicher auch deswegen, weil Cicero in ihm die "summa veritate" sah und Ödipus sie schmerzhaft erfahren musste.Den Brückenschlag zu Jaspers erhellt diese Sicht. Das Orakel ist nicht eine belanglose und zufällige Begegnung mit Göttern. Hier erfährt der Mensch eine Weissagung, die bedeutsam ist: in und aus einem inneren "Raum der Erinnerung", "welche mich zu mir brachte". Nur wer von sich weiß, dem wird geholfen, so die Erkenntnis von der Erkenntnis des Selbst.Eine interessante Einführung von den Anfängen bis zum Ende der Orakelzeit, mit Bildern bereichert und sinnvoll ergänzt mit Anmerkungen und Hinweisen zur Literatur. Einzig die Sprunghaftigkeit der Gedanken im Text führt zu einer guten 4-sterne Bewertung.
Das Orakel zu Delphi befand sich in einem Apollo-Tempel in Griechenland und soll etwa im ersten Jahrtausend v.Chr. entstanden sein.Das Buch zeigt einige Fotos von den dort noch heute erhaltenen Fragmenten, ferner gibt es einen schönen Einblick in die Geschichte des Orakels, den Ablauf der Befragung und die Antwort der Pythia auf dem Dreifuß (auf meinem Buch war das noch als Titelbild abgedruckt worden). In dem Buch wird schließlich noch der Zusammenhang mit einigen historischen Geschehen und den Vorhersagen besprochen. Die zitierten Orakelsprüche in dem Buch sind auch heute noch schwierig zu interpretieren, sie können eben alles oder nichts aussagen.Lesenswert fand ich ferner die Sprüche der "sieben Weisen" im Vorraum des Orakels z.B.: "Kenne dich selbst" oder "Nichts zu Viel." mit denen jeder Besucher sich auseinandersetzen konnte.
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